Lacuna Coil | Sleepless Empire
Wenn Sie Lacuna Coil kennen, wissen Sie bereits, dass jedes Album in ihrer langen Karriere mehr als nur ein Sound ist: Jede Veröffentlichung ist ein reich strukturierter Soundtrack zu einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Ort. Mit „Sleepless Empire“ ist der Ort düster, filmisch und unverkennbar den einzigartigen Qualitäten treu, die Lacuna Coil einen solch illustren Einstieg in die Annalen der Heavy-Musik beschert haben.
Ohne die Stimme, die Gitarren oder das Schlagzeug wäre „Sleepless Empire“ – der Orchesterteil selbst – ein filmischer Soundtrack. Von den kolossalen Refrains des Album-Openers „The Siege“ über das bösartig eingängige „I Wish You Were Dead“ bis hin zum unbändigen klassischen Gefühl des Titelsongs von „Sleepless Empire“ besteht kein Zweifel an der Zuversicht des neuesten Albums von Lacuna Coil, und es hat sein Recht Anteil an Überraschungen. Sie kommen in Form von zwei ganz besonderen Gastauftritten von niemand geringerem als der New Years Day Banshee Ash Costello in ihrem Epos „In The Mean Time“ und einem ohrenbetäubenden Beitrag von Lamb of God-Sänger Randy Blythe in „Hosting the Shadow“.
Und wenn „Sleepless Empire“ einen besonderen Reiz hat, dann geht es um mehr als nur um die stimmliche gegenseitige Befruchtung. Wie Ferro erklärt, ist der Schlüssel zu Lacuna Coils ewig jugendlicher Aura ihre Neugier und ihre Fähigkeit, kreativ auf neue Inspirationen zu reagieren, ohne die Qualitäten aus den Augen zu verlieren, die sie zu dem machen, was sie sind – und er zählt dazu Sleep Token, Spiritbox, Bad Omens und Bring Me The Horizon als Beispiele dafür, dass andere Bands dasselbe tun, um die Szene und ihre eigenen Sounds am Leben zu erhalten. Dieser unabhängige Geist war der Schlüssel zum Ausgleich zwischen Lacuna Coils künstlerischem Vorrecht und der Last der Erwartungen, und Ferro beschreibt mit Nachdruck, wie diese seltsamen Zeiten keinen Mangel an Material hervorgebracht haben, um die gewichtigen Texte und die Stimmung von „Sleepless Empire“ zu beeinflussen.
Der Sound von Lacuna Coil ist düster, er spiegelt die Gesellschaft wider, in der wir leben – er ist ein Porträt unserer Zeit. Es ist Zeuge des Wandels unserer Gesellschaft, des schlaflosen Imperiums, in dem jeder immer am Telefon ist, immer scrollt, immer etwas tut – von morgens bis abends hört es einfach nie auf. Diese Philosophie spiegelt sich in jedem Aspekt von Sleepless Empire wider.