Broken Social Scene | Remember The Humans
Das einflussreiche Indie-Kollektiv Broken Social Scene aus Toronto hat sein lang erwartetes Comeback mit dem ersten Studioalbum in voller Länge seit fast einem Jahrzehnt angekündigt.
„Remember The Humans“ markiert eine bedeutende Heimkehr für die Band, denn sie arbeiten wieder mit David Newfeld zusammen – dem legendären Produzenten ihres wegweisenden Frühwerks „ You Forgot It in People “ und des selbstbetitelten Albums von 2005. Die Aufnahmen entstanden aus einem erneuten kreativen Schaffensrausch zwischen Newfeld und Mitbegründer Kevin Drew, waren aber auch von einer Zeit gemeinsamer Verletzlichkeit geprägt: Sowohl Drew als auch Newfeld verloren während der Sessions ihre Mütter. Newfeld erinnert sich: „Unsere Mütter hätten gewollt, dass wir das tun, und zwar genau nach 20 Jahren, in denen wir nicht zusammengearbeitet haben.“
Auf zwölf Tracks fängt „Remember The Humans“ die chaotische Schönheit und den maximalistischen Ethos ein, die das Kollektiv ursprünglich ausmachten. Die Arrangements sind dicht und einnehmend – ein Geflecht aus Bläsern, Gitarren, Gesang und Elektronik –, doch die Melodie bleibt im Mittelpunkt. Obwohl die Musik gelegentlich ins Abstrakte abdriftet, ist sie stets in einer bodenständigen Menschlichkeit verankert, die wie ein stiller Weckruf wirkt und uns an die zerbrechlichen, analogen Wesen im Zentrum einer hypervernetzten Welt erinnert.
Wie immer versteht sich Broken Social Scene eher als Gemeinschaft denn als traditionelle Band. Kevin Drew führt die Gruppe an, doch das Album enthält wichtige Beiträge langjähriger Weggefährten wie Feist, Lisa Lobsinger und Hannah Georgas. Bandmitglied Charles Spearin merkt an, dass das Album eine „andere Art von Ehrlichkeit“ widerspiegelt und eine Lebensphase einfängt, in der Verlust und Erfolg den Sound der Band zu etwas zutiefst Bewusstem, Verletzlichem und letztlich Hoffnungsvollem geformt haben.