Panopticon | Det Hjemsøkte Hjertet
Austin Lunns Reise hat Panopticon vom urbanen Louisville in die abgelegenen nördlichen Regionen Minnesotas geführt. Hier, umgeben von einer Landschaft, die sowohl inspiriert als auch bedroht ist, hat „Det hjemsøkte hjertet“ Gestalt angenommen.
Das Album begleitet einen älteren Einsiedler in der letzten Woche seines Lebens und verwebt Kindheitserinnerungen mit einem Klagelied über ein Ökosystem, das durch moderne Eingriffe verändert wurde. Dicht, atmosphärisch und ausgesprochen filmisch bewegt sich „Det hjemsøkte hjertet“ weg von der eisigen Aggression früherer Veröffentlichungen und hin zu einem reicheren und gesättigteren Ausdruck – einer Farbpalette aus Lila und brennendem Orange, die in der Dämmerung verblasst.
Auf „Det Hjemsøkte Hjertet“ ist die folk-musikalische Instrumentierung, die früher mit Panopticon verbunden war, weitgehend in den Hintergrund getreten zugunsten von Klängen, die an Neil Young & Crazy Horse erinnern. Das Metal-Fundament ist immer noch vorhanden, aber die Stärke des Albums liegt in der Komposition statt im Tempo, mit geschichteten Arrangements, langen dynamischen Verläufen und einem deutlichen narrativen Fluss.
Ein durchgehendes orchestrales Element prägt das Werk, wobei Charlie Andersons Streicherarrangements sowohl Schwere als auch Bewegung hinzufügen. Jedes Lied hat einen Gastsänger – darunter Aaron Charles, Jan Evan Åsli und Jan „Winterherz“ Van Berlekom –, die verschiedene Nuancen beisteuern, ohne die Gesamtheit zu zerstören.
Im Kern ist „Det hjemsøkte hjertet“ eine Elegie: über Natur, die bis zur Unkenntlichkeit verändert ist, über Kindheitserinnerungen, die in Mythen übergehen, und über ein Leben, das in stiller Harmonie mit einer langsam verschwindenden Welt gelebt wird. Atmosphärischer Black Metal, Post-Black Metal oder irgendwo dazwischen – Panopticon wird nicht durch Genres definiert, sondern durch die Landschaft, die seine Stimme formt.